Buchrezension: This is your brain on music – Understanding a Human Obsession

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Was führt dazu, dass bestimmte Lieder Emotionen wecken, während andere bei uns keine Resonanz finden? Warum lösen bestimmte Geräuschfolgen bei vielen Menschen Unbehagen aus? Was motiviert unsere Neigung, Musik zu hören? Und wie ist es möglich, dass Menschen, denen die motorische Koordination fehlt, ihr Hemd zuknöpfen, Klavier spielen? Dies sind nur einige der Fragen, die sich mit der Frage befassen, warum wir Musik so wahrnehmen, wie wir es tun, und mit der Untersuchung der Wirkung von Musik auf unser Gehirn. Daniel Levitin versucht, diese Fragen in seinem Buch „This is Your Brain on Music – Understanding a Human Obsession“ zu beleuchten. Wir haben das Buch gelesen und seziert und eine kurze Buchrezension für euch erstellt.

Über den Autor

Daniel J. Levitin ist ein renommierter Neurowissenschaftler und Musiker mit einem vielfältigen und beeindruckenden Hintergrund. Er hat einen Doktortitel in Psychologie von der University of Oregon und hat umfangreiche Forschungen in den Bereichen kognitive Neurowissenschaften und Musikwahrnehmung durchgeführt. Vor seiner akademischen Laufbahn arbeitete Levitin als professioneller Musiker, Toningenieur und Plattenproduzent, arbeitete mit zahlreichen Künstlern zusammen und erlangte tiefe Einblicke in die Musikindustrie. Seine doppelte Expertise in Wissenschaft und Musik versetzt ihn in die Lage, die komplexen Zusammenhänge zwischen Gehirn und Musik zu erforschen, was seine Arbeit sowohl glaubwürdig als auch überzeugend macht.

Inhaltsübersicht

Levitins Buch untersucht, wie Musik unser Gehirn beeinflusst und warum sie einen so wichtigen Platz in unserem Leben einnimmt. Er unterteilt die Wissenschaft der Musik in leicht verständliche Abschnitte, beginnend mit den Grundlagen der Klang- und Musiktheorie, bevor er sich den neurologischen und psychologischen Reaktionen widmet, die Musik hervorruft.

Kapitel 1: What is Music?

Levitin stellt die Grundelemente der Musikvor, wie Tonhöhe, Rhythmus, Tempo und Klangfarbe. Er erklärt, wie diese Komponenten zusammenkommen, um Musik zu schaffen, und diskutiert die kulturellen und universellen Aspekte der Musik. Das Kapitel legt den Grundstein für das Verständnis der wissenschaftlichen Grundlagen der musikalischen Wahrnehmung.

Kapitel 2: The Pleasures of Music

This chapter delves into why music is enjoyable and explores the connection between music and emotion. Levitin discusses how music triggers pleasure centers in the brain, releasing dopamine. He also covers the evolutionary theories on why humans developed musical abilities and its role in social bonding.

Chapter 3: Behind the Curtain

Levitin bietet einen Überblick über die Anatomie des Gehirns und wie verschiedene Regionen an der Verarbeitung von Musik beteiligt sind. Er erklärt, wie der auditorische Kortex, der Hippocampus und die Frontallappen zusammenarbeiten, um Musik wahrzunehmen und zu interpretieren. Das Kapitel beleuchtet die Komplexität und Ausgereiftheit der Reaktion des Gehirns auf Musik.

Kapitel 4: Anticipation

Dieses Kapitel konzentriert sich auf die Fähigkeit des Gehirns, musikalische Muster und Strukturen vorherzusagen. Levitin erklärt, wie Erwartung und Überraschung in der Musik emotionale Reaktionen hervorrufen. Er diskutiert die psychologischen Konzepte von Erwartung, Erinnerung und Lernen im Kontext von Musik.

Kapitel 5: You Know My Name, Look Up the Number

Levitin erforscht das Konzept des musikalischen Gedächtnissesund diskutiert, wie und warum man sich bestimmte Lieder oder Musikstücke leicht merken kann. Er untersucht die Beziehung zwischen Musik und persönlicher Identität und wie Musik lebendige Erinnerungen und Emotionen hervorrufen kann.

Kapitel 6: After Dessert, Crick Was Still Four Seats Away from Me

Dieses Kapitel befasst sich mit der Rolle der Musik in sozialen Kontexten, einschließlich Ritualen, Zeremonien und gesellschaftlichen Zusammenkünften. Levitin diskutiert die sozialen Funktionen von Musik, beispielsweise ihre Fähigkeit, den Gruppenzusammenhalt zu stärken und Emotionen zu kommunizieren.

Kapitel 7: What Makes a Musician?

Levitin untersucht, was Musiker von Nichtmusikern unterscheidet, einschließlich der kognitiven und neurologischen Unterschiede. Er erörtert die Bedeutung von Übung, Talent und Bildung für die Entwicklung eines qualifizierten Musikers und die Rolle der Plastizität des Gehirns bei der musikalischen Entwicklung.

Kapitel 8: My Favorite Things

In diesem Kapitel wird untersucht, warum Menschen unterschiedliche musikalische Vorlieben und Geschmäckerhaben. Levitin untersucht die Faktoren, die die musikalische Vorliebe beeinflussen, darunter kultureller Hintergrund, Persönlichkeit und individuelle Erfahrungen. Er erörtert auch, wie Bekanntheit und Vertrautheit bei der Gestaltung musikalischer Vorlieben und Abneigungen eine Rolle spielen.

Kapitel 9: The Music Instinct

Levitin schließt mit der Erörterung der umfassenderen Auswirkungen von Musik auf das menschliche Leben. Er denkt über die Bedeutung der Musik für die menschliche Evolution, ihre potenziellen therapeutischen Einsatzmöglichkeiten und ihre Fähigkeit, zwischenmenschliche Beziehungen zu fördern, nach. Das Kapitel fasst die wissenschaftlichen und emotionalen Aspekte der Musik zusammen, die im gesamten Buch diskutiert werden.

Kritik

Grundlegende Musikkonzepte: Levitin bietet eine solide Einführung in grundlegende Musikkonzepte und ist somit eine wertvolle Ressource für Anfänger. Allerdings könnten die Erklärungen für diejenigen, die sich mit Musik nicht so gut auskennen, ohne begleitende Audiobeispiele schwierig zu verstehen sein. Umgekehrt könnten diese Abschnitte für Leser, die sich bereits mit Musik auskennen, etwas langweilig sein.

Wissenschaftliche Erkenntnisse: Levitin bietet eine ausführliche Erklärung der Unterschiede zwischen Geist und Gehirn und erläutert detailliert, welche Teile des Gehirns durch verschiedene äußere Elemente aktiviert werden. Obwohl dies aufschlussreich ist, könnte es für Leser, die mit der anatomischen Terminologie nicht vertraut sind, überwältigend sein.

Musikbeispiele aus verschiedenen Genres: Levitin verwendet häufig Beispiele von Liedern aus verschiedenen Genres, um musiktheoretische Konzepte zu veranschaulichen. Dieser Ansatz ist für Leser, die mit diesen Liedern vertraut sind, von Vorteil, da er ihnen hilft, Theorie und Praxis zu verbinden. Allerdings kann es für diejenigen, die diese Lieder nicht kennen, oder für jüngere Leser eine Herausforderung sein, da viele Beispiele aus älteren Liedern oder weniger bekannten Genres stammen, verglichen mit dem, was man üblicherweise „im Radio“ hört.

Persönliche Anekdoten: Levitin nutzt wirkungsvoll persönliche Anekdoten, um seine Erklärungen zu bereichern und der Erzählung ein nachvollziehbares und fesselndes Element hinzuzufügen.

Fazit

„This Is Your Brain on Music“ ist eine faszinierende Lektüre für alle, die sich für die Wissenschaft hinter der Wirkung von Musik auf das menschliche Gehirn interessieren. Levitins Doppelperspektive als Neurowissenschaftler und Musiker ermöglicht eine einzigartige und gründliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Das Buch erweitert nicht nur unser Verständnis von Musik, sondern vertieft auch unsere Wertschätzung für ihre allgegenwärtige Rolle im menschlichen Leben. Egal, ob du Musiker, Musikliebhaber oder einfach nur neugierig auf die Funktionsweise des Gehirns bist, Levitins aufschlussreiche und zum Nachdenken anregende Erkundung ist deine Zeit wert.